Waarom mensen in slums zich kunnen ontwikkelen
Warum Menschen sich in Slums entwickeln können

Slums bieten Menschen mehr Chancen für ein besseres Leben. Slums verzeichneten einen deutlich größeren Fortschritt bei der Erzielung der ‘Millennium Development Goals’ (Millenniumsentwicklungsziele) als Dörfer. Auch die neuen Sustainable Development Goals(Nachhaltige Entwicklungsziele) werden wahrscheinlich in den Städten erfolgreicher umge-setzt werden, als auf dem Land.

Entgegengesetzt zur ländlichen Bevölkerung wirkt sich die Möglichkeit für Frauen, Schulen zu besuchen, sich im Krankenhaus behandeln zu lassen oder arbeiten zu gehen nachdrücklich positiv auf die Kinder- und Müttersterblichkeit in den Städten aus.

Dass es in Slums viel mehr Möglichkeiten zur Entwicklung gibt, liegt wohl daran, dass viele Menschen in unmittelbarer Nähe zusammenleben. Die stete Auseinandersetzung mit Ideen, Haltungen und Entscheidungen untereinander ermöglicht Einzelnen, Nischen zu finden und sie für sich zu nutzen. Nur da, wo Menschen eng beieinander wohnen, kann man sich spezialisieren und verbessern. Nur da kann man mit Menschen zusammenarbeiten, die sich spezialisiert haben.

Während sich auf dem Lande eigentlich jeder um dasselbe kümmert, nämlich das Anbauen der eigenen Nahrung, können sich Slumbewohner auf etwas konzentrieren und das in der Gemeinschaft der Stadtbewohner anbieten. Wirft man eine Ausbildung in Elektrotechnik, die Vernetzung von Computern, das Entwerfen von Websites und das Schreiben von Texten in einen Pool zusammen, so kann man am Ende eine Klinik mit moderner Kommunikationstechnologie beliefern.

Waarom mensen in slums zich kunnen ontwikkelen
Ein afrikanischer Landarzt, der für eine schlecht erschlossene Fläche von mehreren hundert Quadratkilometern zuständig ist, bringt Kinder auf die Welt, schient gebrochene Beine und impft Menschen gegen Polio. Im Vergleich zu einem Landarzt muss ein Arzt im Slum nicht alles können. Da er genügend Kollegen hat, kann er sich spezialisieren. Auf Augenheilkunde, Gynäkologie, Chirurgie oder Psychiatrie. So sind Ärzte selbst in Elendsvierteln besser in der Lage, Kranke zu heilen oder neue Krankheiten zu verhindern.

Dieser Austausch von Qualität, Wissen und Ideen geschieht nur dort, wo Menschen aufei-nandertreffen und nicht umhin können, zusammenzuarbeiten, also in Städten. Hier beginnt der Fortschritt. Und hier entwickelt sich Neues.

Matt Ridley, Autor des berühmten Buchs 'The Rational Optimist’ spricht in diesem Zusammenhang von ’Sex zwischen Ideen‘. Die Natur entwickelt sich durch die Gemeinschaft der Geschlechter. Die Kultur entwickelt sich durch die Gemeinschaft der Ideen. „Stellen Sie sich einmal vor’, sagt Ridley, „dass der Mann, der die Schienen erfunden und der Mann, der die Lokomotive konzipiert hat, einander nie begegnet wären.’

'Die Menschheit’, schreibt Ridley, „erfährt heute einen außergewöhnlichen Ausbruch evolu-tionärer Veränderungen. Die altmodische natürliche Selektion Darwins wird neu aufberei-tet. Aber diesmal mit einer Auswahl von Ideen und nicht von Genen. Die Umgebung, in der verschiedene Ideen leben, entspringt dem menschlichen Gehirn.’ Und die meisten Gehirne gibt es in einer geschäftigen, belebten, dynamischen Stadt.

Bilder
© Ralf Bodelier, Health Clinic, Mtakatake, Malawi, 2015
© Ralf Bodelier, Literacy Classes. Mtakataka, Malawi 2015